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Reisebericht Malaysia - Thailand

10.9.2000 aus den Cameroon Highlands

 hallo Leute, 

nun ist wieder Wochenende und ich wollte mich mal wieder melden... was inzwischen alles passiert ist? hm... also, ich glaube, das letzte Mal habe ich mich aus dem wundervollen Cherating gemeldet, bevor es mich wieder nach Singapore gezogen hat. Die 400km-Reise war sehr anstrengend Singapore ein bisschen enttäuschend, da die gute Evelyn weniger Zeit hatte, als wir abgemacht hatten. Dennoch haben wir ein bisschen Zeit für einander gehabt. Schade, dass sie hier keinen Scanner haben, sonst hätte ich Euch ihr Foto schicken können. Nach zwei Tagen in Singapore, ging ich wieder nach KL. Keinen weiteren Kommentar als Bedbugs are everywhere... Deshalb zog ich ziemlich rasch in die Cameroon Highlands, wo ich bis morgen früh bleibe. Vielleicht ein paar Worte zu dem Ort hier. Also ring herum sind Teeplantagen. Heute habe ich eine Teeplantage und eine Fabrik besichtigt. Das war ganz eindrücklich, vor allem der Duft der frischen Teeblätter ist sehr fein - riecht ein bisschen wie Sauerampfer. Jedenfalls ist der Ort hier oben auf 1500m eine Art Sanatorium für die Malaien, die der Hitze entfliehen wollen. Und tatsächlich ist es hier bedeutend kühler, anderseits scheint pro Tag nur etwa 2,5Std die Sonne. Der ganze Ort (vor allem auch wegen seiner Pseudofachwerkhäuser) erinnert mich ein bisschen an Titisee-Neustadt im Schwarzwald. Der Ort hat auch etwa die selbe Groesse, resp. Kleine.
Was man hier oben als Tourist so treibt? Gerne schildere ich euch meinen gestrigen Tag. Nach dem Frühstück bin ich in den nahen Urwald spazieren gegangen und habe mich natürlich prompt verirrt. Die Wege sind recht schlecht gekennzeichnet und ziemlich labyrinthig... Schließlich kam ich dann auf eine Strasse, von wo aus es 9km zu meinem Ort gewesen wären, wenn mich nicht ein netter Schulbusfahrer (umsonst) mitgenommen hätte. Ab diesem langen Spaziergang sehr erschöpft, ging ich in den Markt speisen. Reis mit irgendwelchen komischen Sachen drin... authentisch habe ich es mit der Fingern gegessen, den alle Malaien essen mit den Fingern. Das ist gar nicht so einfach und hat ein paar große Vorteile. Der wichtigste ist wohl, dass man sich kaum jemals den Mund verbrüht. Dann bin ich wieder in mein Hotel zurück, wo ich als einziger in einem 8er/Zimmer/Massenlager für 2,50 Sfr (die meisten Traveller meiden Malaysia übrigens, weil sie es als zu teuer bezeichnen...) hause und las ein bisschen in meinem Malaysischlehrbuch. (Eine recht einfach Sprache im übrigen, weil sehr viele Worte aus dem englischen kommen und einfach nur komisch geschrieben werden, wie zum Beispiel AIS KRIM, POLIS, RESTORAN. Aber dann auch arabisches wie Salamat Dakum (willkommen) und eine Sammlung von Wörtern die sich leicht merken lassen: BUKIT Berg, AIR Wasser, SUSU Milch, PALAU Insel, KOTA Stadt etc...) anschließend habe ich eine britische Schwedin kennengelernt, die in Portugal lebt. Blond, blauauegig und schlank - eigentlich ganz hübsch, doch nicht so mein Typ. Mit ihr bin ich dann ganz toll Essen gegangen. STEAMBOAT, was eine Spezialität dieser Gegend sein soll, aber in Wahrheit einfach nur Fondue Chinois ist. Allerdings waren die Sachen, die wir in die Suppe dunkten recht eigenartig. Das schlimmste war wohl die Qualle... immerhin hat sie mich nicht gebissen... danach bin ich halt einmal ins Bett gegangen, weil es schon recht spät ist.
Meine Pläne für die nächsten Tage? Hm morgen früh werde ich nach Penang losfahren, wenn ich den Bus nicht verpasse (er geht immerhin 8:30am). Danach bald einmal nach Thailand nach Krabi, wo ich einen Australier zu treffen gedenke (mit ihm habe ich in Cherating das Bett geteilt, bin nicht sicher, ob ich das im letzten Mall erwähnt habe) und mich dort entweder im Schwimmen verbessern möchte oder einmal schauen, ob die Felsen dort wirklich die Weltbesten zum klettern sind, oder ob Lonely Planet mal wieder lügt... aber vielleicht mache ich mir ja auch schon in die Hose, wenn ich die Felsen von unten anschaue und lasse das ganze dann bleiben... mal sehen, ihr werdet es früh genug erfahren.

So, nun genug für heute. Bis bald einmal, eurer Reporter vor Ort, Oliver

18.9.2000 aus Krabi

Hallo zusammen,

Es ist mal wieder Zeit, dass ich mich melde. Ich habe immer noch eine großartige Zeit, doch was ist inzwischen alles passiert?
Nachdem ich noch ein bisschen in dem Cameroon Highlands fror, zog es mich doch wieder ins Tal zurück. Eine lange Reise nach Penang, das als großartige Kolonialstadt gepriesen wurde und das als das touristischste Ziel Malaysias angegeben wurde. Man könnte nun denken, dass es deshalb besonders schön sei; aber es ist meiner Meinung nach nur deshalb so touristisch, weil alle Traveller (die im Lonely Planet gelesen haben, dass Malaysia zu teuer ist), die vom preiswerten Thailand kommen die Fähre ins noch preiswertere Sumatra nehmen. Penang gefiel mir allerdings nicht so gut - und dies nicht nur, weil mich innerhalb 24 Stunden 4 verschiedene Typen fragten, ob ich einen Boyfriend suchte... und die waren nicht einmal hübsch...!!! Dafür bin ich mit dem malayschen Botschafter in einer afrikanischen Bananenrepublik Abendessen gegangen, um dann anschließend auf einer gammeligen Fähre ein kleines Ausflügchen zumachen. War ganz toll. Dennoch wollte ich Penang schnell verlassen, buchte also einen Minibus nach Krabi in Thailand für neun Uhr am nächsten Tag. Als ich dann am nächsten Tag dort war, erfuhr ich, dass ich der einzige sei, der mit dem Bus fahren wollte, und sie ihn deshalb gecancelt hätten, aber ich mit dem selben Ticket den Bus am 12 Uhr nehmen könne - was ich aber bei versprochen 8 Stunden Reise nicht so toll fand. Zumal ich mein Geld schon in Baht gewechselt habe und ich nur noch etwa Münzen im Wert von etwa 2 Franken hatte. Mit denen begab ich mich auf eine Fresstour im nahen Markt, ich fand etwa unbestimmbares chinesisches, das hervorragend schmeckte, wenn auch ein bisschen abtörnend aussah.
Krabi selbst ist ein bisschen eine Touristenfalle. Vor allem der Beach, wo ich war. Allerdings ist der |Strand hier was vom schönsten was ich gesehen habe. Vor allem wenn man eine Bootstour macht und dann im mineralwasserklaren Wasser baden kann, dabei Fische in allen aquariummaessigen Leuchtfarben sieht und dann noch einen Sonnenbrand kriegt. War gestern das erste Mal, dass ich mich wirklich verbrannte, dabei habe ich beim Schnorcheln fast immer ein rotes T-Shirt getragen. Nun sieht der Rücken mit oder ohne T-Shirt etwa gleich aus... na ja, so schlimm auch nicht. Vorgestern habe ich eine kleine Wanderung vom Hotel aus in den Wald gemacht. Nach etwa einer Stunde, traf ich ein Waldfrauelchen, mit der ich ein bisschen Thai sprach (die Anschaffung meines Phrasebooks hat sich gelohnt) und die mich wundervollst mit einem kühlen Glas Wasser bewirtete. Nach etwa zwei Stunden Thailektion (sie zeigte auf alles und sagte mir das Thaiwort dazu) ist mir immerhin LEM (Licht) als Wort geblieben. Eigentlich wollte ich ja eine Nacht bei ihr übernachten, doch nun unterließ ich das doch, weil ich nach drei Tagen suchen nun doch endlich Nifty gefunden habe. Mit ihm und einem australischen Pärchen haben wir heute 3 Roller gemietet und wollten zu einem Wasserfall fahren, doch der Wasserfall kam in Form einer tropischen Regens zu uns, so dass wir das Unterfangen bald aufgaben und mit den Dingern nach Krabi einige Wettrennen machten. Auch wenn sie nicht anders aussehen als unsere Toefflis, laufen sie doch bis zu 120 und auf den relativ guten Thaistrassen, so alles nur langsame Tucker unterwegs sind, macht es richtig Spaß, die anderen im Rückspiegel kleiner werden zu lassen.
Heute Abend verlasse ich jedoch Krabi und gehe an einen Ort der mit S beginnt und zwei Wörter hat, aber ich habe leider schon wieder vergessen wie er heißt. Dort in der Nähe gibt es berühmtes Kloster und weniger berühmte Ruinen, die denen in Zentral Java gleichen und archäologisch umstritten sind. Im nächsten Mail, weil ich dann mehr.

 Bis dann,

Mr. Beachboy

21.9.2000 aus Bangkok

 Hallo zusammen,

 also ich bin jetzt endlich einmal in Bangkok. Bin gestern früh hier angekommen, nachdem ich einen Tag in Sirut Thani verbracht habe, wo mir die Hotelbesitzerin unbedingt ihre Muschelfarm zeigen wollte und danach mit mir nach Chayila gehen wollte. Aber irgendwie behauptete sie, es sei Thaikultur, dass immer einer für beide zahle und man sich abwechsle. Ein System das mir grundsätzlich liegt, wenn es nicht so ist, dass sie den Bus zahlt und ich das Essen...
Bangkok selbst ist eigentlich recht schön - stellenweise. Man kriegt überall billig allerhand gefälschte Sachen. Aber die Leute und der Straßenlärm nerven mich gewaltig. Alle halbe Stunde kommt irgend ein Typ, der wissen will, wohin man will. Und Antworten wie "nowhere","to the moon" oder "I dont need any help" scheint nicht zu den erfolgreichen Abwimmlungsstrategien zu gehören. Am besten ist es einfach, wenn man an den Leuten hochnäsig vorbeilauft, was mir eigentlich nicht wirklich passt und ich finde es super-gemein von jenen Leuten, dass sie mich zwingen, unnett zu sein. Mich wollten gestern halt alle an diesen blöden Ausverkauf bringen. Wenn ich ihnen dann erkläre, dass ich halt wo anders hinwill, weil ich mit meiner (fiktiven) Freundin irgendwo abgemacht haben, laufen sie beleidigt davon ohne auch nur etwas zusagen. Ich glaube, daran sieht man, dass sie es eh nicht ernst gemeint haben. Dafür ist mir gestern was ganz süßes passiert. Als ich im KFC zwei Hamburger bestellte, legte mir die Dame einen dritten aus Tablett und meinte, der sei auf Kosten des Hauses, weil ich so hungrig aussehe... das hat mir dann meine Laune wieder verbessert. Wenigstens bin ich jetzt an einem zentraleren Ort als vorher und am neun Uhr geht nicht neben meinem Bett ein Presslufthammer los.

Gruß, Oliver

23.9.2000 aus Vientiane

 Hallo Leute,

 

ihr würdet nie erraten, wo ich jetzt gerade bin, wenn ich es nicht im Titel schon erwähnt hätte. Momentan sitze ich in Vientiane neben einem orange gekleideten buddhistischen Mönch im Internetcafe in Vientiane (der Hauptstadt Laos). Ich hatte eigentlich erwartet, dass es hier kein Internet gibt, weil in meinem Führer stand, dass Laos keinen Einwahlknoten ins Internet hätte, doch dies scheint sich im Verlaufe des letzten Jahres geändert zu haben. Nicht nur der Preis ist recht ordentlich, sondern auch die Geschwindigkeit hervorragend.
Doch nun möchte ich doch eher wieder der Reihe nach erzählen und ich hoffe, dass ich diejenigen, denen ich zwischendurch etwas geschrieben habe, nicht langweile. Von Krabi bin ich nach Sirat Thani (oder Silut Thani - die Leute wissen das allgemein selber nicht so genau. Liegt vielleicht an dem alten L-R/Problem, das hier in Laos bedeutend besser erscheint.) Dort hat mich dann die Besitzerin des Guesthouses in den Ausgang mitgenommen. Sie ist eine nicht ganz schlanke Mitt-40igerin. Der Ausgang war ganz nett, war doch aber ein bisschen müde vom erlebnisreichen Tag. Sie hat mir erklärt, dass es Thai-Kultur sei, dass immer einer für beide zahle und man sich abwechsle. Das war eigentlich ganz nett, auch wenn sie dann halt immer die Taxis/Buse zahlte und ich die Restaurants... am nächsten Tag nahm sie mich in ihre Haiso (kurz für High Society - immerhin behauptete der einzige, der noch alle Zähne im Mund hatte, der Bruder des Präsidenten Thailands zu sein. Sein neuer Mercedes sprach immerhin dafür. Mal sehen, ob sich das verifizieren lässt) mit. Da ihr mein zerknittertes T-Shirt nicht passte, schenkte sie mir kurz ein frisches. So ein rotes Sportteil, das mir eigentlich nicht wirklich steht, aber was soll’s? Dann noch mit ihrem Roller zu einer Muschelfarm und am Abend nach Bangkok...

Jaja, Bangkok, das ist so eine Sache: ziemlich touristisch. Ich wohnte zudem in der Khao San Road, die dafür bekannt ist, dass sie mehr billig-touristen beherbergt als Einheimische. Dementsprechend konnte man die Menschen auf den Strassen rundum in drei Kategorien aufteilen (als angehender Wissenschaftler habe ich natürlich das unbändigbare Bedürfnis alles in Kategorien aufzuteilen): Touristen (sehr leicht erkennbar...!), dann normale Thais (das ist der verschwindend kleine Teil der Personen, die man auf englisch nach dem Weg fragen kann und dann zur Antwort bekommt, dass sie einen entweder nicht verstehen, oder selbst nicht wissen wo sie sind) und dann diese Leute, deren einzige Aufgabe es ist, Touristen zu ärgern. (Wenn man z.B. zum Grossen Palast, der Hauptsehenswürdigkeit Bangkoks gehen will, dann verwickeln sie sich "wie zufällig" in ein Gespräch mit Dir und erzählen Dir, das der Palast gerade zu ist und dass Du stattdessen in ein Tuktuk (so ein blödes, lärmiges Dreiradtaxi) gehen sollst, und Dir den Rest ansehen sollst. Nett wie sie sind, schreiben sie Dir gleich eine Route auf und erklären dem Tuktukfahrer, der ja schließlich kein Englisch spricht (so ein Scheiß... stimmt gar nicht! aber dass der Palast nicht offen ist stimmt ja auch nicht), wohin man will. Tatsächlich sind die aber vom Taxifahrer angestellt und kriegen für jeden Touri, den sie in ein Taxi drängen können eine Provision. Ich habe diese (man sie Winker) gefragt wie viel es denn sei, aber darauf wollten sie nicht eingehen und meinten scheinheilig, dass sie nichts bekämen...). Die Stadt selbst hat aber wahnsinnig schöne Stelle, wenn gleich alles im Abgasdreck versifft. Dass das nicht meine eigene sensible Schweizerlunge ist, die manchmal ins Husten kommen, kann ich mit den Fotos von Polizisten und Taxifahrern beweisen, die einen Atemschutz tragen.
Nun zu Laos: muss gestehen, dass ich überwältigt bin. Nicht nur, weil ich endlich mal wieder in einem Land mit Rechtsverkehr bin und deswegen nicht ständig fast überfahren werde, sondern wegen der Ausstrahlung des Landes und der Stadt. Gut, ich muss zugeben, dass ich erst die Hauptstadt kenne (sieht aus wie ein kleines Provinzkaff. Fast kein Verkehr (außer Fahrrädern), freundliche Leute (sogar die Bettler scheinen netter zu sein, aber vielleicht ist das auch nur ein unobjektive Projektion und alles ist noch ein bisschen ärmer und billiger. Außerdem gibt es in ganz Vientiane momentan vielleicht 50 - 100 Touristen, was eigentlich recht wenig ist. Das Essen (ehemalige französische Kolonie) ist wunderbar. Vientiane ist für die besten Baquettes ganz Asiens bekannt. (Trotzdem habe ich hier auf dem Markt eine Nudelsuppe mit Fleisch gegessen - da das Fleisch ein bisschen grobfaserig war, meinte meine essneurotische und fotofanatische israelische Zimmergefährtin, dass das bestimmt ein Hund sei oder sonst so was. Aber sie konnte mir den Appetit nicht verderben bei dieser schönen Umgebung - neben mir majestätisch der gute alte Mekong, der nun wohl doch nicht ganz Kambodscha überschwemmen wird, wie es in allen Zeitungen als Horrorszenario angekündigt worden ist...) Manche Touristen halten Vientiane ein bisschen für ein Dreckloch, aber außer den nicht mehr ganz neuen Häusern und den 600 tausend Schlaglöchern sieht eigentlich alles nach einer ganz normalen asiatischen Stadt aus... na ja, weiß ja nicht, wo die vorher überall waren.

So, ich denke, dass ich nun mal wieder aufhöre und man hört sich...
Oliver

 

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Cameroon Highlands

Teeplantage

Kleiner Park am Dorfende

Das Zentrum des Dorfes

Krabi (Thailand)

Strand von Krabi

Ebbe in Krabi

Eine Insel vor Krabi

Bangkok

Ein Dich-übers-Ohr-Hauer

Detail des Grossen Palastes

Surat Thani

Austernfrarm

Die Besitzerin des Guesthouses

Vientiane (Laos)

Uferstrasse am Mekong

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